Ausstellung "Warum nicht?!" von Antonia Gramatté
18. Juli — 22. August 2025, 09:00 Uhr bis 15:00 Uhr
Lasst uns das Leben feiern. Jeden Tag. Mit allen Farben.
*** Verlängert bis 22.8. *** Verlängert bis 22.8 *** Verlängert bis 22.8. ***
Lasst uns das Leben feiern. Jeden Tag. Mit allen Farben.
Genau so wie Antonia Gramatté in ihren Bildern. Die Kunsttherapie der Björn Schulz Stiftung gab Antonia den Raum, ein Feuerwerk aus Farben und Formen, aus Gefühl und Material zu zünden.
Gemeinsam wollen wir in die Welt der Künstlerin eintauchen:
Vernissage | Freitag, 18.7.25 | 17 Uhr
Ausstellung bis 22.8.25, 9 bis 15 Uhr
Björn Schulz Stiftung | Foyer
Wilhelm-Wolff-Str. 38 | 13156 Berlin
ANTONIA GRAMATTÉ (05.05.2002-18.03.2025)
Antonia („Toni“) besuchte bis zum 17. Lebensjahr ganz normal die Schule. Auf dem Gymnasium spielte sie in der Theater-AG, sie liebte Tiere und ging sehr gern reiten, auch wenn sie zunehmend aus bis dahin unerklärlichen Gründen schwächer und weniger belastbar wurde. Reisen waren immer wieder ein Highlight. Ein Schüleraustausch mit einer Partnerschule in Oklahoma im Oktober 2018 war für sie etwas Besonderes.
Toni interessierte sich sehr für Psychologie und so wuchs der Wunsch, Psychologie oder Tierpsychologie zu studieren. Im August 2019 wechselte sie sogar auf ein spezialisiertes Oberstufenzentrum, wo entsprechende Kurse angeboten wurden. Sie war glücklich und eine gute Schülerin.
Nur zwei Monate später, im Oktober 2019, traten plötzliche Bewusstseinseintrübungen und Lähmungen auf. Es folgten lange Krankenhausaufenthalte, die einen weiteren Schulbesuch unmöglich machten. Der große Schock kam im November 2019 mit der Diagnose einer sehr seltenen, unheilbaren und lebensverkürzenden Erkrankung: MELAS (Mitochondriale Enzephalomyopathie) mit Lactacidose und schlaganfallähnlichen Symptomen.
Dann ging es „Schlag auf Schlag“. Die Erkrankung brach plötzlich und mit aller Wucht aus und stellte uns als Familie vor immer neue Herausforderungen. Hinzu kam der Ausbruch der Corona-Epidemie, welcher die Versorgung und Betreuung zunehmend erschwerte.
Im Februar 2020 war Toni das erste Mal im Kinder- und Jugendhospiz Sonnenhof. Zwar gab es Vorbehalte, doch schnell war klar: Der Fokus liegt hier nicht auf dem Sterben. Es gab plötzlich Angebote, die den Schock des Aus-dem-Leben-gerissen-Seins etwas abfederten und wieder Freude brachten. In der Kunsttherapie konnte Antonia nonverbal ihre Gefühle zum Ausdruck bringen. Das erleichterte ihr zumindest ein wenig ihr neues, hartes Schicksal.
In den letzten 5 Monaten ihres jungen Lebens „wohnte“ Toni im Sonnenhof, er war ihr zweites Zuhause. Bei einer so „exotischen“ Erkrankung wollte sich einfach kein Platz für sie finden lassen, obwohl es ihr größter Wunsch war, auszuziehen und mit Gleichaltrigen zu wohnen – eben ganz normale Dinge tun. Doch es war die sprichwörtliche Suche nach der Nadel im Heuhaufen.
Am 18. März mussten wir Toni dann – für uns doch sehr plötzlich – gehen lassen. Zuvor verbrachte sie eine schöne und glückliche Zeit im Sonnenhof.
Toni wusste bis zuletzt, welche Fähigkeiten sie einmal hatte. Sie war am Weltgeschehen interessiert und hat am Leben empathisch teilgenommen. Dabei nahm sie ihre immer weniger werdenden Fähigkeiten sehr bewusst wahr und ertrug diese tapfer.
Und wenn Toni die Worte zunehmend fehlten, hat sie Farben sprechen lassen. Mit ihrer Kunst und der gewonnenen Künstlerinnenidentität gewann sie neuen Lebensmut und zeigte mit Stolz, dass das Leben TROTZDEM schön ist. Ihr Humor, ihre sehr spezielle Art, Leichtigkeit in die Schwere des Alltags zu bringen, machen sie unvergessen. Sie hat mit einem Perspektivwechsel gezeigt, was alles möglich ist.
WARUM NICHT?!
Susanne Gramatté, Mutter von Antonia, im Juli 2025
