Diese Webseite nutzt Cookies

Diese Webseite nutzt Cookies zur Verbesserung des Erlebnisses unserer Besucher. Indem Sie weiterhin auf dieser Webseite navigieren, erklären Sie sich mit unserer Verwendung von Cookies einverstanden.

Einrichtungen der Björn Schulz Stiftung:Sonnenhof in BerlinIrmengard-Hof am Chiemsee
background

Modellprojekt

Seit 2018 wird im Land Berlin modellhaft die Versorgungskoordination für Familien mit versorgungsintensiven Kindern und Jugendlichen (VK KiJu) erprobt

VK KiJu

Das Modellvorhaben wurde an die drei Träger der Sozialmedizinischen Nachsorge die Traglinge e.V., das Kindergesundheitshaus e.V. und die Björn Schulz Stiftung angegliedert. Die VK KiJu wird durch die Senatsverwaltung für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung gefördert und ist auf zunächst drei Jahre angelegt.

Am 01. März 2018 startete die Erprobung der Versorgungskoordination für Familien mit versorgungsintensiven Kindern und Jugendlichen (VK KiJu) in Berlin. Das Modellvorhaben wurde an die drei Träger der Sozialmedizinischen Nachsorge die Traglinge e.V., das Kindergesundheitshaus e.V. und die Björn Schulz Stiftung angegliedert. Die VK KiJu wird gefördert durch die Senatsverwaltung für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung und ist für zunächst drei Jahre angelegt.

Aufgaben

VK KiJu ist aufsuchend tätig. Gemeinsam mit den Familien werden Problemlagen und Missstände in der Versorgung aufgezeigt und bestenfalls behoben. VK KiJu berät Familien zu ihren Ansprüchen und unterstützt sie bei der Inanspruchnahme. VK KiJu hat keine zeitliche Begrenzung und kann Familien individuell begleiten.

Ziel ist die Sicherung der bedarfsgerechten gesundheitlich- pflegerischen Versorgung und die Teilhabe von versorgungsintensiven Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen (0 bis 27 Jahre) bei einer gleichzeitigen Verbesserung der subjektiven Lebensqualität der ganzen Familie. Sind die Familien umfangreich an das bestehende Regelangebot angebunden, kann VK KiJu sich wieder zurückziehen.

Im Rahmen eines Case Managements sollen gemeinsam mit der Familie passgenaue Wege gefunden werden, um aktuelle Problemlagen und daraus resultierende Versorgungsdefizite aufzulösen. VK KiJu ist als nachrangiges und kooperierendes Angebot zu den bereits bestehenden regelhaften Angeboten an Beratung und Unterstützung konzipiert; die Versorgungskoordination arbeitet interdisziplinär.

Erfolge

In den letzten zwei Jahre konnte ein Großteil der Familien der VK KiJU  Björn Schulz Stiftung erfolgreich an das Regelsystem angebunden werden, nur wenige benötigten eine erneute Aufnahme.  

Die Steigerung der Bekanntheit ist ein weiterer Erfolg der VK KiJju, was sich vor allem in den vielen unterschiedlichen Stellen der Anfragen zeigt. Das Team erhält unter anderem Anfragen von Arztpraxen, Kliniken, Kitas, Selbsthilfeorganisationen und Privatpersonen.

Lücken im System

Im Rahmen dieser Tätigkeit zeigen sich jedoch auch viele Lücken im System. Hier sind vor allem bereits bekannte Probleme wie der Pflegefachkräftemangel und der Mangel an aufsuchenden Therapeuten (Heilmittel) zu nennen. Außerdem fallen der VK KiJu immer wieder Schnittstellenprobleme zwischen den verschiedenen Kosten- und Leistungsträgern sowie in Verbindung mit Ämtern sehr lange Wartezeiten für Termine und Bescheide auf. Familien müssen sich mit bis zu 25 Ansprechpartner*innen auseinandersetzen, die Ansprüche aus 5 unterschiedlichen Sozialgesetzesbüchern umsetzen sollten.

Es zeigt sich auch ein Defizit passender Einrichtungen für Kinder mit besonderen Bedürfnissen, das betrifft zum Beispiel Kitas, Schulen sowie heilpädagogischen Einrichtungen mit 1:1 Betreuung.

Als äußerst gravierend stellen sich Probleme der Themen Wohnungsmarkt und Wohnungsnot dar.

Bedarfsgerechte (barrierefreie) Wohnungen für Familien mit behinderten Kindern stehen nur unzureichend zur Verfügung. Besonders für geflüchtete Familien zeigt sich ein dramatisches Bild. Meist leben die Familien auf engstem Raum, mit Bad und WC auf dem Flur, inklusive Pflegebett und Pflegehilfsmitteln. Die Miete solcher Unterkünfte wird in Tagessätzen für jedes Familienmitglied gezahlt, was schnell mal für 4 Personen und 32qm über 4.000 € Miete pro Monat bedeutet.


Die Gestaltung einer verbesserten Lebensqualität für Kinder und Jugendliche mit einer lebensverkürzenden Erkrankung und ihrer Familien - eines der obersten Ziele der Björn Schulz Stiftung. Wir unterstützen diese Familien nach unseren Möglichkeiten - sei es mit Aufenthalten im Kinderhospiz Sonnenhof, mit ehrenamtlichen Familienbegleiter*nnen oder mit der Betreuung durch das Team Kinder PaCT in gesundheitlichen Krisen. Dabei merken wir immer wieder, dass eine umfassende Begleitung im Alltag, die den Familien Sicherheit und Verlässlichkeit bietet, mit vielen Hürden verbunden ist und unsere Unterstützungsformen begrenzt sind. Genau hier setzt das Projekt Versorgungskoordination für Familien mit pflegebedürftigen, versorgungsintensiven Kindern und Jugendlichen (VK KiJu), an.
Weitere Informationen finden Sie auch bei unserem Projektpartner.

Wir begleiten Familien mit pflegebedürftigen Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsene bis zum 27. Lebensjahr, die in der Häuslichkeit leben, mit

✓ bestehender oder „drohender“ Pflegebedürftigkeit, die eine Koordination der komplexen Versorgungsaufgaben dringend erfordert

✓ der Notwendigkeit vielfältiger, professioneller Hilfen

✓ Auftreten extremer Belastungssituationen und Krisen, welche die gesundheitliche, pflegerische und therapeutische Versorgung des Kindes beeinflussen 

Das heißt, wir sorgen für eine:

✓Verknüpfung eines individuellen Versorgungsnetzes

✓Stabilisierung des vorhandenen Netzwerkes - Beratung/ Weiterleitung bei sozialrechtlichen Anliegen

✓Anbindung an notwendige Hilfesysteme

✓Vermittlung von entlastenden Hilfen

Das Team des VK KiJu kommt zu Ihnen nach Hause um Sie und Ihre Familie kennenzulernen.
Wir nehmen uns viel Zeit Ihre jeweiligen Bedürfnisse zu erfassen und Sie bei der Umsetzung Ihres Hilfebedarfs zu unterstützen. Dies geschieht in enger Zusammenarbeit mit der Eingliederungshilfe in den Jugendämtern und den Pflegestützpunkten. Durch die Zusammenarbeit mit Ihnen haben wir die Möglichkeit Lücken im System aufzuspüren um diese wissenschaftlich auszuwerten und auf politischer Ebene sichtbar zu machen.

Durch die Koordination der verschiedenen Hilfen gewinnen die Familien Zeit für ihre kranken Kinder, gesunde Geschwister und auch für sich selbst, was für Familien mit gesunden Kindern meist selbstverständlich ist. So hat die Björn Schulz Stiftung einen Anteil an Sicherung und Weiterentwicklung der gesundheitlichen und pflegerischen Versorgung und Teilhabe der Kinder und kann einen weiteren Schritt in Richtung verbesserter Lebensqualität für die Familien gestalten. Sprechen Sie mit Ihren vertrauten Ärzt*innen, Ansprechpartnern*innen in der Eingliederungshilfe oder den Pflegestützpunkten über unser Angebot und bitten Sie dort um Kontaktaufnahme mit uns. Ihre professionellen Ansprechpartner*innen werden mittels eines Screeningbogens eine Überleitung zur VK KiJu-Stelle organisieren.
 

Kontakt

Tel: 030 / 398 998 70
Fax: 030 / 398 998 75
E-Mail: vk-kiju@bjoern-schulz-stiftung.de

Care Management
Fachstelle Menschenkind

background